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Flüssigkeitsauftrag in der Bahnverarbeitung

Aufbringen von Wasser und funktionalen Flüssigkeiten in der Bahnverarbeitung

In der Bahnverarbeitung ist das Materialverhalten niemals statisch. Papier, Karton, Vliesstoffe und andere hygroskopische oder funktionale Substrate reagieren kontinuierlich auf ihre Umgebung. Feuchtigkeitsgehalt, Oberflächeneigenschaften und elektrostatische Effekte beeinflussen, wie eine Bahn durch den Prozess läuft und wie sie sich in nachgelagerten Schritten verhält.

Die Fluid-Application-Technologie von Contiweb ermöglicht das präzise, gleichmäßige und reproduzierbare Aufbringen von Wasser und funktionalen Flüssigkeiten, um diese Einflussfaktoren gezielt zu steuern. Dadurch können Hersteller ihre Materialien stabilisieren, Prozessschwankungen reduzieren und vorhersehbare, hochwertige Ergebnisse über eine Vielzahl von Substraten und Anwendungen hinweg erzielen.

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Warum Feuchtigkeitskontrolle in der Bahnverarbeitung entscheidend ist

Prozesse der Bahnverarbeitung sind von Natur aus empfindlich gegenüber Umgebungs- und Prozessschwankungen. Während Materialien Druck-, Veredelungs-, Beschichtungs- oder Weiterverarbeitungsschritte durchlaufen, sind sie Hitze, Luftströmungen, Spannungsänderungen und dem Kontakt mit Maschinenkomponenten ausgesetzt.

Diese Einflüsse können zu folgenden Effekten führen:

  • Curling, Wellenbildung oder Verformung der Bahn

  • Maßabweichungen, die Register- und Weiterverarbeitungsgenauigkeit beeinträchtigen

  • Elektrostatische Effekte, die Staubanziehung, Anhaften oder Handhabungsprobleme verursachen

  • Erhöhter Ausschuss, Nacharbeit oder Prozessunterbrechungen

Mit steigenden Produktionsgeschwindigkeiten und dem Einsatz leichterer, nachhaltiger oder spezialisierter Substrate lassen sich diese Effekte zunehmend schwieriger allein durch mechanische Anpassungen kompensieren.

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Was ist Flüssigkeitsauftrag?

Der Flüssigkeitsauftrag bezeichnet das Aufbringen von Flüssigkeiten auf eine laufende Bahn, um das Materialverhalten während der Produktion und in nachgelagerten Prozessen gezielt zu beeinflussen. Dabei handelt es sich nicht um einen einzelnen Prozessschritt, sondern um eine (temporäre) funktionale Schicht innerhalb der Bahnverarbeitung.

Diese funktionale Schicht interagiert mit dem Substrat selbst, den Prozessbedingungen sowie den Anforderungen der nachgelagerten Verarbeitung und Endanwendung. Materialeigenschaften, Prozessgeschwindigkeit, Temperatur, Luftströmung und mechanische Einflüsse bestimmen gemeinsam die Wirkung der aufgebrachten Flüssigkeiten und das resultierende Verhalten der Bahn.

Während der Flüssigkeitsauftrag häufig mit Feuchtigkeitsmanagement in Verbindung gebracht wird, spielt er auch eine wichtige Rolle bei der Steuerung von Oberflächeneigenschaften und elektrostatischen Effekten. Seine Wirkung hängt nicht nur von der verwendeten Flüssigkeit ab, sondern auch davon, wie, wo und wann sie in den Produktionsprozess eingebracht wird.

 

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Arten von Flüssigkeiten im Flüssigkeitsauftrag

Wasser

Wasser wird am häufigsten eingesetzt, um das Feuchtigkeitsgleichgewicht eines Substrats zu beeinflussen. Typische Verfahren sind Vorbefeuchtung, Befeuchtung und Wiederbefeuchtung, die jeweils in unterschiedlichen Phasen des Produktionsprozesses eingesetzt werden.

Diese Anwendungen dienen dazu, Feuchtigkeitsverluste durch Trocknung, Erwärmung oder Umwelteinflüsse auszugleichen und das dimensionsbezogene Verhalten der Bahn während der Produktion und in nachgelagerten Prozessen gezielt zu beeinflussen.

 

Funktionale Flüssigkeiten

Neben Wasser kann eine Vielzahl funktionaler Flüssigkeiten eingesetzt werden, um spezifische Materialeigenschaften zu beeinflussen oder gezielt hinzuzufügen. Je nach Anwendung können diese Flüssigkeiten eingesetzt werden, um Curling oder Wellenbildung zu reduzieren, elektrostatische Effekte zu minimieren oder das Handling- und Transportverhalten zu verbessern.

Funktionale Flüssigkeiten können zudem sensorische oder funktionale Eigenschaften hinzufügen, wie z. B. Duftstoffe, Weichmacher oder konditionierende Substanzen sowie oberflächenmodifizierende Additive wie Silikone. In diesen Fällen dient der Flüssigkeitsauftrag nicht nur der Stabilisierung des Materialverhaltens, sondern auch der gezielten Einstellung von Eigenschaften für nachgelagerte Prozesse oder die Endanwendung.

In bestimmten Produktionsumgebungen kann die frühzeitige Applikation funktionaler Flüssigkeiten den Bedarf an Korrekturmaßnahmen in späteren Prozessschritten reduzieren oder sogar vollständig eliminieren.

 

Der Contiweb-Unterschied: Kontaktwalzen und Dosiertechnologie

Es gibt verschiedene Ansätze um Flüssigkeiten in Prozesse der Bahnverarbeitung einzubringen. Die Wirksamkeit des Flüssigkeitsauftrags wird jedoch maßgeblich davon bestimmt, wie die Flüssigkeit auf die Bahn übertragen wird und wie präzise die aufgebrachte Menge gesteuert werden kann.

Die Fluid-Application-Technologie von Contiweb basiert auf zwei zentralen Prinzipien: vollbreite Kontaktwalzen und präzise Dosierung. In Kombination ermöglichen sie eine vorhersehbare und reproduzierbare Interaktion zwischen Flüssigkeit und Substrat über eine Vielzahl von Materialien und Prozessbedingungen hinweg.

 

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Vollbreite Kontaktwalzen

Kontaktwalzen stellen sicher, dass die Flüssigkeit im direkten Kontakt über die gesamte Bahnbreite übertragen wird. Dadurch entsteht eine gleichmäßige Interaktion zwischen Flüssigkeit und Substrat – unabhängig von Bahnstruktur, Porosität oder lokalen Materialunterschieden.

Im Vergleich zu kontaktlosen Verfahren bietet der kontaktbasierte Auftrag folgende Vorteile:

  • Gleichmäßige Verteilung der Flüssigkeit über die gesamte Bahnbreite

  • Vermeidung lokaler Konzentrationsunterschiede oder unbehandelter Bereiche

  • Unempfindlichkeit gegenüber Luftströmungen, Sprühnebel oder Overspray

  • Reproduzierbare Ergebnisse bei unterschiedlichen Produktionsgeschwindigkeiten

Durch die mechanisch definierte Interaktion zwischen Flüssigkeit und Substrat schaffen Kontaktwalzen die Grundlage für ein stabiles Materialverhalten über den gesamten Prozess hinweg.

Präzise Dosierung

Ebenso entscheidend ist die Fähigkeit, die aufgebrachte Flüssigkeitsmenge exakt zu definieren und konstant zu halten. Die Dosiertechnologie von Contiweb ermöglicht es, die Flüssigkeitsmenge unabhängig von Geschwindigkeit oder Produktionsdauer innerhalb enger Toleranzen einzustellen und zu halten.

Die präzise Dosierung ermöglicht:

  • Exakte Dosierung pro Flächeneinheit

  • Konstante Applikation über Zeit und Produktionsläufe hinweg

  • Reproduzierbare Prozesseinstellungen über Schichten und Bediener hinweg

  • Gezielte Anpassung an Substrat- oder Prozessänderungen

Dieses Maß an Kontrolle macht den Flüssigkeitsauftrag von einer reaktiven Maßnahme zu einem aktiv gesteuerten Prozessparameter.

Vom Flüssigkeitsauftrag zur Prozesskontrolle

Durch die Kombination von Kontaktwalzen und präziser Dosierung wird der Flüssigkeitsauftrag zu einem integrierten und steuerbaren Bestandteil des Produktionsprozesses. Anstatt auf Materialverhalten erst in nachgelagerten Schritten zu reagieren, können Hersteller Feuchtigkeit, Oberflächeneigenschaften und elektrostatische Effekte bereits im Vorfeld gezielt beeinflussen.

Dieser Ansatz reduziert Prozessschwankungen, erhöht die Stabilität und ermöglicht eine vorhersehbare Performance in nachgelagerten Prozessen, unabhängig von Anwendung, Substrat oder Branche.

 

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Substrattest anfordern

Wenn Sie herausfinden möchten, wie sich der Flüssigkeitsauftrag auf das Verhalten Ihres spezifischen Substrats auswirkt, laden wir Sie ein, Tests auf unserer Demo-Anlage für Fluid Application durchzuführen. Während dieser Tests analysiert unser Application-Engineering-Team die Feuchtigkeitsaufnahme, dimensionsbezogene Stabilität und das Verhalten in nachgelagerten Prozessen unter kontrollierten Bedingungen.

Die Ergebnisse liefern praxisnahe Empfehlungen für Prozesseinstellungen sowie eine Einschätzung der erwarteten Verbesserungen und der Umsetzbarkeit in Ihrer Produktionsumgebung.

Für weitere Informationen zu Testmöglichkeiten oder technischen Anforderungen wenden Sie sich bitte an Irene Eggink (Application Engineer).

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Irene Eggink
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