Blog: Fünf Tipps für die Zusammenstellung eines Ersatzteillagers

Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr
20 December 2018
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Von Rik van Uhm, Projectmanager Parts Supply Chain bei Contiweb

Die Bevorratung von Teilen kann wesentlich dazu beitragen, die Dauer unerwarteter Ausfallzeiten im Falle einer Störung zu verkürzen. Wir haben dies in einem früheren Blog anhand eines praktischen Beispiels beschrieben. Natürlich ist es für einen Drucker unmöglich, alle Teile vorrätig zu haben. Erstens bedeutet dies eine zu große Investition und zweitens entstehen auch Kosten für die Lagerhaltung dieser Teile. Denken Sie zum Beispiel allein an den Platz, den die Teile im Lager beanspruchen.

Worauf müssen Sie als Drucker bei der Auswahl der richtigen Teile achten?
Hier eine Liste der wichtigsten Tipps:

1. Budget

Zunächst ist es wichtig für Sie, vorab die Höhe des verfügbaren Budgets für die Ersatzteilinvestition festzulegen. Wenn das Budget begrenzt ist, kann man häufig ein großes Risiko abdecken, indem man mehrere Teile mit einem geringeren Wert auf Lager nimmt. Bei einem höheren Budget lohnt es sich sicherlich, auch die hochwertigeren Komponenten in Betracht zu ziehen.

2. Kritische Teile

Es ist wichtig, sich nur auf kritische Teile zu konzentrieren. Ein Teil gilt als kritisch, wenn im Falle eines Defekts dieses Teils die Produktionsgeschwindigkeit oder die Qualität der Produktion erheblich abnimmt oder die Maschine komplett ausfällt. Sowohl geringwertige Teile, wie z. B. eine Sicherung oder ein Lager, als auch hochwertigere, wie z. B. eine Steuerung, können als kritisch gelten. Eine defekte Komponente, die die Maschine noch einen Tag oder auch länger weiterlaufen lässt und die Funktion der restlichen Drucklinie nicht wesentlich beeinträchtigt, muss nicht lagerhaltig sein. Es wäre jedoch ratsam, zu prüfen, ob der Lieferant diese Komponente standardmäßig auf Lager hat. Bei Ausfall eines solchen Bauteils sollte der Lieferant schnell liefern können, damit der Fehler behoben werden kann, bevor er Probleme verursacht.

3. Durchschnittliche Lebensdauer

Um festlegen zu können, welche Teile man unbedingt am Lager haben sollte, ist es wichtig, die mutmaßliche, durchschnittliche Lebensdauer einer Komponente zu berücksichtigen. Kritische Komponenten mit einer geringeren, durchschnittlichen Lebensdauer sind in der Regel anfälliger dafür, kurzfristig auszufallen. Dennoch sollte tatsächlich auch die Lagerhaltung von langlebigen Teilen Bestand sein.

4. Verfügbarkeit

Ein weiteres, wichtiges Kriterium ist die Warenverfügbarkeit. Nicht alle Teile sind leicht zu bekommen. Nehmen Sie zum Beispiel einen Motor, ein hochwertigeres Produkt, das oftmals in vielen verschiedenen Versionen erhältlich ist und daher von vielen Lieferanten nicht immer standardmäßig im Lager geführt wird. Möglich ist auch, dass der Lieferant den Motor zwar auf Lager hat, dieser jedoch vor Auslieferung mit einer kundenspezifischen Software programmiert werden muss oder bestimmte Einstellungen vorgenommen werden müssen. Dies kann dazu führen, dass der Motor eine Lieferzeit von mehreren Tagen oder im schlimmsten Fall sogar mehreren Wochen hat.

5. Häufigkeit, mit der ein Teil in einer Maschine auftritt

Als letzten Tipp ist es wichtig, zu wissen, ob ein Teil mehrmals in einer Maschine eingebaut ist, denn wenn dem so ist, erhöht sich das Schadensrisiko. Wenn Sie jedoch einen Artikel, der mehrfach in einer Maschine vorzufinden ist oder in mehreren Maschinen gleichzeitig vorkommt, auf Lager liegen haben, sind Sie für den Ernstfall bestens gewappnet.

Alles in allem ist es schwierig und zeitaufwändig, den richtigen Ersatzteilbestand festzulegen. Teile, die in der Vergangenheit defekt waren, sind leicht zu bestimmen, aber wie sieht es mit Teilen aus, die (noch) nicht defekt sind? Wie realistisch ist die angegebene, erwartete Lebensdauer eines Teils? Wie stelle ich fest, ob eine Komponente kritisch ist? Angesichts all der damit verbundenen Risiken, entscheiden sich viele Kunden daher, nur eine begrenzte Anzahl von Ersatzteilen auf Lager zu legen. In einem nachfolgenden Blog werden wir uns mit diesem Thema weiter auseinandersetzen.

Contiweb hat ein fortschrittliches Tool entwickelt, das ein Uptime-Kit mit dem höchstmöglichen Deckungsgrad für das Budget, das der Kunde investieren möchte, zusammenstellt. Dieses Tool kann ein Uptime-Kit für eine oder mehrere Maschinen erstellen. Zusätzlich können mehrere Parameter eingestellt werden, mit denen das Uptime-Kit komplett auf den Kunden zugeschnitten werden kann. Klicken Sie hier für weitere Informationen.