Blog: Schnelle Jobwechsel – das Thema bei Kleinauflagen

New Ecoset Dryer for GD Gotha Druck und Verpackung
24 September 2018
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24 September 2018

von Erik Andriessen, Marketing Manager bei Contiweb

Schnelle Jobwechsel – das Thema bei Kleinauflagen

Schnelle Jobwechsel – das Thema bei Kleinauflagen

Wie bereits in unserem vorherigen Blog “Trends bei flexiblen Verpackungen“ angesprochen, ist die steigende Popularität von Kleinauflagen in praktisch allen Bereichen der Druckindustrie mittlerweile unumstritten. Fortschritte in der Technologie, die sie effizient und profitabel machen, sind jedoch nach wie vor wichtig – insbesondere im Bereich der flexiblen Verpackungen.

Viele Verpackungsdrucker sind zwar immer noch der Meinung, dass die Geschwindigkeit der Druckmaschine und die Material- und Verbrauchsmaterialkosten die Gewinnmargen bestimmen, jedoch ist im Bereich Kleinauflagendruck ein Umdenken erforderlich. Schnelle Jobwechsel sind heutzutage der ausschlaggebende Punkt bei Kleinauflagen.

Ein kleiner Druckauftrag über 1.000 Fuß dauert zum Beispiel 5 Minuten bei einer Geschwindigkeit von 200 Meter/min., während der gleiche Job bei einer Geschwindigkeit von 250 Meter/min. nur vier Minuten erfordert – eine Ersparnis von einer Minute – die wiederum zum Drucken eines anderen Jobs verwendet werden kann. Wenn Auftragswechsel jedoch eine Stunde oder länger dauern, wird diese ‚eine Minute‘ belanglos.

Wir bewerten hier gängige Drucktechnologien im flexiblen Verpackungsmarkt, einschließlich Tiefdruck, Flexodruck, Offset und Digital sowie deren besondere Stärken und Schwächen.

Tiefdruck – Paradies für hohe Auflagen
Tiefdrucksysteme liefern hervorragende Druckergebnisse, und wertsteigernde Maßnahmen wie Metalliceffekte können inline mit den gleichen hohen Geschwindigkeiten laufen. Der Tiefdruck überzeugt daher mit geringen Kosten pro Einheit und einer hohen Qualität, jedoch nur bei Großauflagen. Die Rüstzeiten bei diesem Verfahren sind lang und die Kosten für Tiefdruckzylinder enorm. Während der Tiefdruck für Großaufträge ideal geeignet ist, erweist er sich hingegen für kleinere Aufträge als nicht mehr zeit- oder kosteneffizient.

Flexodruck – geringere Kosten bei hohen Auflagen
Der Flexodruck liefert ebenfalls hohe Geschwindigkeiten und reduziert die Kosten durch Formateinsparungen, weist aber gegenüber dem Tiefdruck noch den Vorteil der günstigeren Platten auf. Wenn viele kleinere Aufträge gedruckt werden, lässt sich eine Platteneinsparung schon nach kurzer Zeit realisieren. Wie beim Tiefdruck kommt es jedoch auch hier zu langen Rüstzeiten. Heutzutage verlangen Jobs mehr und mehr Farbe, wobei mehr Farbe noch mehr Zeit zum Umrüsten erfordert. Qualitativ ist der Tiefdruck dem Flexodruck, auch HD-Flexo, noch leicht überlegen. Flexo kann gegenüber dem Tiefdruck einige Einsparungen bieten, eignet sich aber doch noch besser für Aufträge mit hohen Auflagen.

Digital – Kleinauflagenwunder, aber nicht ohne Einschränkungen
Verstärkt in den Vordergrund getreten ist in den letzten Jahren die Digitaltechnik. Da keine Plattenwechsel nötig sind und Einstellungen im Voraus vorgenommen werden, gibt es praktisch keine Umrüstzeiten – beste Voraussetzungen also für den Kleinauflagendruck. Nachteile sind jedoch mangelnde Flexibilität und fehlende Optionen. Mit deutlich geringeren Geschwindigkeiten als bei anderen Technologien gibt es bei mittleren bis hohen Auflagen keinerlei Gewinnmöglichkeit. Zudem heißt es bei vielen Technologien „Cost-per-Click“, eine Steigerung der Profitspannen lässt sich somit für den Drucker nur schwer realisieren. Substraten müssen außerdem Primer zugefügt werden. Das sorgt für extra Kosten und eine zusätzliche Arbeitsbelastung. Auch die Anzahl der angebotenen Substrate, das verfügbare Farbspektrum, Druckqualität und Farbmigration sind inkonsistent, womit Drucker in ihrem Angebot eingeschränkt sind. Digital eignet sich hervorragend für Musterexemplare und extrem niedrige Auflagen, aber die Möglichkeiten sowie Qualität und Rentabilität sind begrenzt.

Offset – hohe Qualität für kleinere Auflagen
Was kann der Rollenoffset hier nun bewirken? Der Offset liefert eine exzellente Qualität, mit einer typischen Auflösung von 200 Zeilen/Zoll (besser als Flexo) und sorgt für eine hohe Druckqualität. Ohne Anilox-Walze ist eine breitere Farbskala möglich und Produkte in völlig unterschiedlichen Farben können direkt nebeneinander gedruckt werden – bestens geeignet für den Druck mehrerer verschiedener Einheiten in einer Auflage. Offsetdruckplatten sind wirtschaftlicher als Flexo- und Tiefdruckplatten, so dass kleine Auflagen immer noch gesunde Profite entstehen lassen. Beim Offset-Verfahren werden keine Lösungsmittel verwendet, wodurch eine Farbmigration praktisch auf null reduziert wird – ideal also für Lebensmittel-, Getränke- und Pharmaverpackungen. Die Verwendung von weniger Farbe als bei anderen Verfahren, in der Regel ein Kosteneinsparungsfaktor, bereitet dem Offset im flexiblen Verpackungsdruck Schwierigkeiten: Vollton- bzw. Vollflächenweiß und -lack können nicht realisiert werden. Folglich wird Offset häufig in Kombination mit Flexo- oder Tiefdruck verwendet. Obwohl die Umsetzung noch ganz am Anfang steht, bietet der Offset einige überzeugende Argumente für den Einsatz bei Kleinauflagen im flexiblen Verpackungsdruck.

Erfahren Sie mehr
Wenn Sie mehr über Offset wissen möchten, lesen Sie unsere Wesselink-Fallstudie, in der ein Drucker über seine Erfahrungen berichtet oder lernen Sie unsere Contiweb-Thallo, eine speziell für den flexiblen Verpackungsmarkt entwickelte Rollenoffsetdruckmaschine, besser kennen.